

So wird der Preis vergeben:
Der Internationale Fachverband Gestaltender Schmiede e.V. vergibt ab Sommer 2008 für besondere, nachhaltige und hervorragend Leistungen auf dem Gebiet der Metallgestaltung und Schmiedekunst einen Preis.
Der Preis erhält den Namen „Prof.-Alfred-Habermann-Preis“ und erinnert an das Vorbild unseres verstobenen Ehrenmitgliedes Prof. Alfred Habermann, der zeitlebens diese hohen Ideale an junge Metallgestalterinnen und Metallgestalter weitergegeben hat.
Mit diesem Preis werden Personen oder Gruppen geehrt, die über längeren Zeitraum oder durch besonders hervorragende Ideen und Arbeiten der Metallgestaltung neue Impulse geben, die Schmiedekunst in der Öffentlichkeit wirkungsvoll darstellen oder ihr neue Entwicklungsfelder erschließen.
Der Preis wird international vergeben. Er soll Anreize für die ausgezeichnete Person geben, den eingeschlagenen Weg weiter intensiv zu verfolgen und andere dazu animieren, dem Preisträger nachzueifern. Die Vergabe des Preises ist nicht mit einer Geldleistung verbunden.
Um die Kontinuität und die internationale Verbundenheit der Schmiedefamilie auch in Zukunft zu dokumentieren, wird der Preis in der Regel alle zwei Jahre vergeben.
Der oder die Preisträger/in wird gebeten, jeweils dem nächsten Preisträger ein Ehrenzeichen nach seiner freien Gestaltung zu fertigen und bei der nächsten Preisverleihung an den oder die nachfolgende(n) Preisträger/in zu übergeben. Diese Verfahrensweise stärkt den Zusammenhalt und die Gestaltungskraft unseres Handwerks – sie ist ein Handschlag zwischen Kolleginnen und Kollegen,
zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Das sagt der erste Preisträger:
Heinz Denig schreibt am 11. August 2008 folgenden kurzen Brief an alle Mitglieder des IFGS als Dank für die feierliche Überreichung des Alfred-Habermann-Gedächtnispreises:
„Während des Schmiedebiennale 2008 in Kolbermoor verlieh mir der Präsident des Internationalen Fachverbandes Gestaltender Schmiede e.V. (IFGS) Cornelis Pronk die Ehrenmitgliedschaft sowie als ersten Preisempfänger den Professor-Alfred-Habermann- Preis. Dies hohe Würdigung teile ich mit meiner Frau in Demut vor dem Meister Alfred Habermann und mit großem Stolz.
Wir werden uns stets bemühen den Fachverband nach bestem Vermögen aus den fachlichen Beiträgen unserer Werkstatt zu unterstützen. Die hohen Auszeichnungen werden wir in hohen Ehren halten.“
Das Thema der Deutschen Meisterschaft der Schmiede 2008 in Stolberg (26. bis 28. September 2008):
Es ist in drei Stunden eine Arbeit zum Thema „Pokale und Ehrenzeichen“ herzustellen. Die Veranstalter geben bewusst ein Thema voraus, das sich an Gegebenheiten aus der täglichen Schmiedepraxis orientiert. Immer wieder kommen Verbände, Vereine, Kommunen, Firmen, Stiftungen und Privatpersonen auf Schmiede zu und möchten kleine, tragbare und individuell gestaltete Ehren- oder Siegerzeichen. Wir alle kennen die üblichen massenhaften billigen Trinkpokal-Geschmacklosigkeiten aus Plastik oder Dünnblech.
Das Thema der Schmiedemeisterschaft möchte zu neuen Ideen anregen und die Fantasie der Teilnehmer anregen, Alternativen zu gestalten und in der Öffentlichkeit zu dokumentieren, dass Metallgestalter in der Lage sind, bessere und individuelle Gestaltung zu vernünftigen Preisen zu bieten. Drei Stunden Arbeitszeit sind dabei eine „Marke“, die man auch im Betrieb zu Hause durchaus noch „verkaufen“ kann. Die Jury wird bei der Bewertung der Arbeiten besonders auf Kreativität und materialgerechte Verarbeitung achten.
Es sind alle denkbaren Materialkombinationen erlaubt. Der geschmiedete Anteil der Arbeit muss aber überwiegen. Jeder Teilnehmer ist frei in der Wahl seines Themas, muss aber der Arbeit betiteln und die Verwendung angeben (z.B. „Siegertrophäe Querfeldein-Rennen“, oder „Anerkennung für 40 Jahre Betriebszugehörigkeit“ oder „Bürgerpreis für besonderes Engagement in der Gemeinde“ oder „Dem Gewinner der Rudermeisterschaft“ oder „Ehrenpreis des Deutschen Buchhandels“).
Die Qualität des Wettbewerbes wird sicherlich dadurch erhöht, wenn die Teilnehmer sich gedanklich oder sogar praktisch auf den Wettbewerb vorbereiten. Zu Hause trainieren ist erlaubt!
Die Regeln für die "Internationale Deutsche Schmiede-Meisterschaft" in Stolzber
Das Anmeldeformular steht hier als PDF zum Download bereit.(47KB)
Versammlung
Am 3. Mai trafen sich die IFGS-Mitglieder zur diesjährigen Hauptversammlung in Erl in Tirol. Präsident Cornelis Pronk gab einen Rechenschaftsbericht zur Arbeit des Vorstands seit der letzten Hauptversammlung in Ulft, Gemeinde Oude IJsselstreek. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Der Vorstand hat den IFGS auf vielen Schmiedetreffen in Europa vertreten und sich in mehreren Sitzungen mit aktuellen Verbandsaufgaben befasst. Mitgliedern, die nicht in Erl anwesend waren, gingen in den Wochen danach das Protokoll der Versammlung und der Rechenschaftsbericht per Post zu, denn es hatten nicht viele den Weg nach Erl gefunden. Das wertet der Vorstand aber nicht als Desinteresse, sondern er ist überzeugt, dass die Mitglieder mit der Arbeit des IFGS zufrieden sind und ihre Interessen beim amtierenden Vorstand gut aufgehoben wissen.
Nicht zufrieden ist der Vorstand allerdings mit der eher schleppenden Zahlungsmoral beim Jahresbeitrag, weshalb die säumigen Mitglieder mit einem Schreiben gemahnt werden mussten, was die Verbandskasse – und damit alle Mitglieder – unnötig mit Portokosten belastet. Einfacher wäre allemal ein Bankeinzug. Die Jahresversammlung konnte trotz der umfangreichen Tagungsordnung in zwei Stunden abgewickelt werden – auch das ein Beweis, dass der Vorstand gute Arbeit im Vorfeld geleistet hat. Die Vorstände werden ihr Bestes tun, die Interessen der gestaltenden Schmiede auch im laufenden Jahr bis zur Hauptversammlung 2009 in Bad Hall in Oberösterreich nachhaltig zu vertreten.
Symposium
Erstmals in der über 15-jährigen IFGS-Geschichte wurde die Hauptversammlung um ein hochkarätig besetztes Symposium über Metallgestaltung erweitert. Dazu konnten sehr unterschiedliche Vertreter des gestalteten Metalls gewonnen werden: Hermann Gradinger, Josef Valente, Urban Unger und Hans Reif. Sie referierten sehr facettenreich über ihre Arbeiten, was sich zu einem interessanten Mosaik der aktuellen Metallgestaltung fügte, vom Entwurfsprozess über zeitgemäße alpenländische Schmiedekunst, den Gestaltungsprozess von Objekten mit farbigem Blech und Glas bis hin zu wirkungsvoller Öffentlichkeitsarbeit (siehe dazu auch den ausführlichen Bericht auf S. 43 dieser Ausgabe). Leider haben nicht sehr viele Mitglieder an dieser Premiere im Wirken des IFGS teilgenommen. Das mag am schönen Wetter gelegen haben, vielleicht aber auch an den Nachwirkungen des 200-jährigen WerkstattJubiläums der IFGS-Gründungsmitglieder Hans und Burgi Neuschmied, den Gastgebern in Erl, denen der Vorstand im Namen aller Mitglieder herzlich für ihre Gastfreundschaft dankt.
Verkaufsstand
Am traditionellen internationalen bayerischen Kunstschmiede- und Metallgestaltertreffen, der Schmiede-Biennale in Kolbermoor vom 7. bis 10. August, wird sich der IFGS wieder mit einem eigenen Verkaufsstand beteiligen. Alle Mitglieder werden herzlich gebeten, dazu kleine Arbeiten mitzubringen oder an die Redaktion von HEPHAISTOS zu schicken. Der Verkaufspreis sollte sich möglichst nicht über 50 Euro bewegen. Für Arbeiten in dieser Preislage gibt es eine breite Käuferschicht in Kolbermoor. Der Anteil des IFGS von 15 Prozent am Verkaufspreis hilft dabei, sich offensiv den anstehenden Aufgaben zu widmen und sie vor allem zu finanzieren.
Engagement
Die IFGS-Ausstellungen sind zwar das »Kerngeschäft« des Verbandes, aber nicht nur. Nach dem überregional herausragenden Erfolg in Oude IJsselstreek und Isselburg sind die Exponate jetzt bis Oktober 2008 bei der EISENART-Schau in Friesoythe zu sehen. Cees Pronk und seine Frau Janny Pronk-Huismann haben sich mit viel Engagement um eine Ergänzung für die verkauften Exponate und eine ebenso würdige Platzierung der Stücke wie am letztjährigen Ausstellungsort bemüht, was nicht immer einfach war und auch manchen Kummer beschert hat. Dem Präsidenten und seiner Frau sei Dank für die nicht immer einfache Aufgabe. Nächstes Jahr werden viele Exponate weiterziehen nach Bad Hall in Österreich.

So unterschiedlich die Referenten waren, so breit war auch das Oeuvre, das den Teilnehmern am ersten Metallgestaltungssymposium des IFGS geboten war. Hermann Gradinger aus Mainz, ein überregional anerkannter Gestalter, eröffnete den Nachmittag mit der Präsentation ausgewählter Arbeiten aus seinem reichen Schaffen. Das Ringen um die gute Form war für das Auditorium förmlich zu spüren, an einem Kapellengitter machte er sehr eindruckvoll den oft mühsamen Gestaltungsprozess nachvollziehbar, wie sich aus einer Vielfalt von Lösungen langsam, zusammen mit dem Auftraggeber, die entgültige Form herausschält. Das ist, wie sich in der Diskussion zeigte, nicht immer einfach, denn potente Kunden sind anspruchsvoll und wollen auch ihre Vorstellungen am fertigen Objekt wiedererkennen.
Urban Unger entwickelt als Vertreter der örtlichen Tiroler Schmiede mit seinen Arbeiten die sogenannte alpenländische Schmiedekunst sehr erfolgreich weiter. Gerade mit Grabzeichen, ein in Tirol sehr geschichtsträchtiges Schmiedeerzeugnis, lässt sich die historische Veränderung in Form und Gestaltung überzeugend demonstrieren, wenn sich ein Gestalter wie Unger intensiv mit den Vorstellungen der Kunden auseinanderzusetzen weiß. Die gezeigten Beispiele überzeugten das Auditorium: Auch bei diesem traditionellen sakralen Gewerk ist Kopieren keine Lösung. Neue Formen können überzeugen, so sie denn sparsam, dezent und doch prägend eingesetzt sind. Nicht der Schnörkel macht Eisen zur Schmiedearbeit, doch wo er passt, da sollte er auch nicht gewaltsam verdrängt werden.
Und weil die Palette an Gestaltungsarbeiten in Metall größer ist als oft in falscher Selbstbeschränkung vermutet, hat der IFGS Josef Valetta aus Fieberbrunn gebeten, seine Objektlösungen vorzustellen. Es sind weit über Österreich hinaus bekannte und spektakuläre Arbeiten. Valetta schmiedet nicht, er gestaltet Gebäude aus filigranen Profilen, verwendet farbiges Blech und Glas für Fassaden und exponierte Gesamtlösungen. Besonders mit seinem Beitrag wurde deutlich: Metallgestaltung ist ein sehr weites Feld, das schon lange nicht mehr auf den kleinen Radius um den Amboss reduziert werden darf.
Wenn die Teilnehmer – die Veranstalter hätten sich mehr gewünscht, aber es ist ja auch eine Premiere gewesen – zuweilen auch etwas irritiert waren von der Bandbreite der vorgestellten Arbeiten, die Mischung von kleinem und großem, von Grabzeichen über Kapellengitter bis hin zu großen Objektlösungen repräsentierte doch wiederum sehr eindrucksvoll die Spannweite der Gestaltungsaufgaben. Und dabei darf sich der Gestalter weder von einem entwerfenden Architekten noch von einem der überlebten Tradition verhafteten Auftraggeber bevormunden lassen. Er muss im Stande sein, eigene Lösungen zu präsentieren.
<span style="font-family: Arial;">Zu einem ganz anderen, für den wirtschaftlichen Erfolg einer Werkstatt aber elementaren Thema referierte Johann Reif aus Moosburg in Oberbayern. In seinem Umfeld fehlt eine reiche Schmiedtradition, wie sie etwa in Österreich präsent ist. Auch München ist fast schon weit, denn eine kleine Werkstatt kann es sich nicht leisten, viele Angebote zu machen, die wegen der Konkurrenz selten zu Aufträgen führen. Reif zeigte den Teilnehmern eine andere zur Nachahmung empfohlene Strategie auf: Er ist in den heimischen Medien gut vertreten, platziert auch scheinbar wenig spektakuläre Arbeiten wie Zäune, Gitter oder kleine Restaurierungsarbeiten in Presse und Lokalfernsehen und versieht alle seine Arbeiten konsequent mit seinem Firmenschild. Derlei kleine und sehr preiswerte „Gesten“ haben ihm schon viele Aufträge in die Werkstatt gebracht. Hinzu kommt noch die Mitwirkung an Wohltätigkeitsveranstaltungen, oft „nur“ mit Nagelschmieden. Doch das fördert und sichert den Bekanntheitsgrad im unmittelbaren Umfeld entscheidend.</span>
Dass die Veranstaltung in Erl ein großer Erfolg war und richtungsweisend für weitere Hauptversammlungen ist, das zeigte nicht nur die lebendige Diskussion, sondern auch ihre Dauer. Sie zog sich tief in den Nachmittag hinein und regte Teilnehmer an, spontan von ihren Arbeiten zu berichten. So stellte Kurt Lintner seine Großplastik „sieben Türme“ vor, eine Skulptur, die beispielhaft für die zeitgenössische Formgebung durch Schmieden stehen kann. Dieser Nachmittag hat gezeigt, dass sich erfolgreiche Gestaltungsarbeit aus einer Vielzahl von kleinen und großen Quellen speist. Der IFGS wird den Weg fortsetzen, damit die Kollegen und die interessierte Öffentlich erkennen, dass Schmieden mehr ist als die Arbeit am Feuer. Und vor allem ist interessant, über Kollegen und ihre Auseinandersetzung mit dem zuweilen widerspenstigen Metall zu erfahren.
Das Schmiedetreffen in Gniew steht vor der Türe (28. und 29. Juni). Der IFGS versucht wieder eine Gruppe zu organisieren, die sich nach der Ankunft am 27. Juni auf dem Flughafen in Danzig trifft. Von dort soll wieder ein Bus nach Gniew (70 Kilometer südlicher) organisiert werden. Der Aufenthalt und die Verpflegung ist diesmal für Schmiede in Gniew kostenfrei. Ein Sponsor hat dafür gesorgt. Adam Stachowitz, der Präsident der polnischen Schmiedevereinigung ist der Organisator des Fachprogrammes für die Schmiede. Jarek Strucinski, der Kastellan sorgt für das leibliche Wohl und die Quartiere. Die polischen Freunde bitte so schnell wie möglich um Mitteilung, wer sich anmeldet. Die Rückreise ist am Montag, 30. Juni geplant. Die Flugreisen nach Danzig sollen individuell organisert werden. Günstige Flüge gibt es z.B. von Frankfurt-Hahn. Bitte direkt anmelden beim IFGS-Präsidenten Cees Pronk, Ambachtsweg 14, NL-6674 DK Andelst, Niederlande, TEL: +31 488/454368, FAX: +31488/451573,
cjpronk@mondra.nl
News from our Gniew-friends
As you know our annual meeting in Gniew is doming. This year it takes place between 28-29 June.
We are told that you are organizing a trip to Gniew for a group of people. Please confirm, whether you and your mates-blacksmiths are arriving. As soon as I know date of your arrival I will have an opportunity to arrange a bus which will pick all up from the airport in Gdańsk. As we have sponsorship for this year’s jamboree all invited quests will be entertained by the organizers. So also your stay will be absolutely free for all participants of your group. I would like you to inform me about it as soon as possible, so that I have enough time to arrange the whole presentation of blacksmithing. Maybe you would think I am a bit fussy, but as a president of Association of Polish blacksmith artists I am the head of Gniew meeting and the main organizer (Jarek Struczyński is responsible only for board and lodging, and I for the significant rest). Sorry for not writing to you earlier, but I’ve had planty of work to do ecently. At last our Association has been legally registrated and we can start to co-operate.

Feierlich ging die Eröffnung der IFGS-Ausstellung „Eisenart“ am Pfingstwochenende in der Schmiedestadt Friesoythe über die Bühne. Bürgermeister Johann Wimberg und IFGS-Präsident Cees Pronk schoben symbolisch die Flügel des großen Tores auf. Dahinter: Ein phantastischer Stadtpark mit den alten und neuen Metall-Skulpturen. Nur ein Teil wurde aus der letztjährigen Ausstellung in Oude Ijsselstreek/Niederlande übernommen. Ein weiterer Teil wurde zusätzlich eingebracht. Die „Eisenart“ ist im Stadtpark, an der nahegelegenen Thülsfelder Talsperre und in zentral gelegenen Haus „Pancratz“ gezeigt. Bis Oktober ist die Metallgestalter-Schau zu sehen. Nächster Höhepunkt: Anlässlich der Hauptversammlung des „Ringes der europäischen Schmiedestädte“ von 12. bis 15. Juni wird der Friesoyther Stadtschmied Alfred Bullermann ein Rennfeuer mit Raseneisenerz bestücken und abbrennen. Beobachter sind herzlich willkommen – weitere Infos wird es unter
www.metall-aktiv.de und an dieser Stelle geben. Ein Ausstellungskatalog ist dazu beim Verlag HEPHAISTOS erschienen (Bestell-Nummer: 335, Preis Euro 9,80, Bücherdienst unter
www.metall-aktiv.de)

Der IFGS trauert um sein Ehrenmitglied Alfred Habermann: Der wohl einflussreichste Kunstschmiedemeister des 20. Jahrhunderts ist am frühen Morgen des 28. April 2008 im Krankenhaus von Waidhofen an der Ybbs gestorben.
Der „Schmiedepapst“, der „Meister“, wie Habermann von nicht wenigen seiner Kollegen gleichsam ehrfurchtsvoll wie liebevoll genannt worden war, starb kurz vor seinem 78. Geburtstag. Habermann war „Weltreisender“ im Interesse der Schmiedekunst. Fast auf allen Kontinenten hat er Kurse gegeben und vor allem bei jungen Menschen das Feuer für die moderne Metallgestaltung entzündet.
Bis zuletzt war Habermann in seiner Wahlheimat Ybbsitz aktiv. Die letzten Jahre fand er dort bei der Arbeit in der restaurierten Welser-Schmiede seine späte Erfüllung – zusammen mit seiner Tochter Christine, die in vielerlei Hinsicht sein „gestalterisches Erbe“ antreten wird und liebevoll umsorgt von seiner Frau Maria. Der „Maestro“, wie er von seinen Studenten im Centro Europeo auf San Servolo bei Venedig gerne genannt wurde, schuf mit seinen gestalterischen Schmiedearbeiten die Zukunft in der Gegenwart. Seine Visionen begriffen deshalb viele Kollegen erst Jahre später.
Die Handwerkerreihe „Der letzte seines Standes“ des Bayerischen Rundfunks startete mit dem Porträt Alfred Habermanns. „Ein Fehlstart...“, wie Habermann selbst öfter gestand. Denn gerade er sorgte maßgeblich dafür, dass eine neue, eine „hungrige“ Generation von Schmieden heranwuchs und heranwächst – vom „Aussterben“ keine Spur.
Diese junge Generation muss nun zeigen, was sie bei Alfred Habermann gelernt hat. Viele von seinen Kolleginnen und Kollegen werden den Weg nach Ybbsitz finden, wenn am Freitag, 2. Mai 2008 um 12 Uhr die Beisetzung stattfindet und die internationale Schmiedefamilie von einem ihrer Fixpunkte Abschied nehmen wird.
Der IFGS wird in Zusammenarbeit mit dem Verlag HEPHAISTOS eine Busfahrt zur Beisetzung am Freitag, 2. Mai von Erl/Tirol aus, über Kolbermoor organisieren, da sich zu diesem Zeitpunkt bereits viele Mitglieder zur Hauptversammlung des IFGS in Erl einfinden. Abfahrt ist vor der Neuschmid-Schmiede um 8 Uhr. Anmeldung und Info: 08379/728016 oder info@metall-aktiv.de.
Am 9. Mai um 18 Uhr wird die IFGS-Ausstellung „Eisenart“ im niedersächsischen Friesoythe eröffnet. Sie ist eingebettet in die Feierlichkeiten zum 700. Stadtjubiläum der Mitgliedsgemeinde im Ring der Europäischen Schmiedestädte und fußt auf der „Oer-Kracht“-Schau, mit der der IFGS 2007 seine bisher sowohl finanziell als auch vom Besucherinteresse her erfolgreichste Veranstaltung über die Bühne gebracht hat. Im Stadtpark von Friesoythe, im denkmalgeschützten „Haus Pankratz“ und an der Thülsfelder Talsperre, einem beliebten Erholungsgebiet, sind auch viele neue Metallkunstwerke zu sehen. Die Stadtväter planen zudem einen Katalog, er wird erhältlich sein über den HEPHAISTOS-Bücherdienst (www.metall-aktiv.de). Von Mitgliedern, die in Niedersachsen Arbeiten verkaufen können, behält der IFGS 7,5 Prozent Provision. Nichtmitglieder müssen 12,5 Prozent abführen.
Die derzeitige IFGS-Ausstellung schlägt aber noch ein Erfolgskapitel auf: Bad Hall, die Ring-Stadt in Oberösterreich, gab jüngst bekannt, dass sie die Metallkunstwerke 2009 ebenfalls übernehmen will. „Lücken“, die durch Verkäufe in Friesoythe entstehen könnten – und sollen –, wollen die Bad Haller in ihrem Kurpark mit einer begrenzten Ausschreibung für österreichische Metallgestalter füllen.
Stolberg bei Aachen wird vom 26. bis 28. September Austragungsort für die 1. Internationale Schmiedemeisterschaft in Deutschland sein. Der Wettkampf für Auszubildende, Gesellen und Meister ist eingebettet in das 3. Kupfermeistertreffen, Veranstalter sind die Stadt Stolberg und der Internationale Fachverband Gestaltender Schmiede (IFGS). Anmeldungen sind ab sofort möglich.
Wettkampfthema sind „Pokale und Ehrenzeichen“, Hier sollen Meister, Gesellen und Lehrlinge im September ihre Fertigkeiten und vor allem ihre Kreativität unter Beweis stellen. Teilnehmen kann jeder Metallgestalter. Aufgrund der geografischen Lage der Stadt bietet sich an, auch die Kolleginnen und Kollegen aus den Nachbarstaaten einzuladen, weshalb die Meisterschaft „international“ ausgeschrieben ist.
Die Weltmeisterschaft der Kunstschmiede im italienischen Stia ist inzwischen so erfolgreich, dass sich der IFGS zusammen mit der Stadt Stolberg entschlossen hat, einen Unterbau für die WM zu organisieren, erklärt der Pressesprecher des IFGS, HEPHAISTOS-Herausgeber Peter Elgaß. Die Besten der Meisterschaft, so die Idee der Organisatoren in Stolberg, sollen künftig die Farben Deutschlands bei der WM in Italien vertreten.
Dem IFGS kommt es vor allem darauf an, dass für die Meisterschaft ein gutes Thema ausgewählt wird. „Pokale und Ehrenzeichen“ lautet es diesmal, weil der Verband festgestellt hat, dass Metallarbeiten bei Sport-, Kultur- und Vereinsmeisterschaften noch viel zu selten sind. Den teilweise schaurigen Glas- und Zinnpokalen können Schmiede anspruchsvolle und fantasiereiche Ideen entgegensetzen. Kreative Aternativen sollen in Stolberg geschmiedet werden.
Für Lehrlinge lobt der IFGS einen eigenen Wettbewerb aus mit einer Querschnittsveränderung als Pflichtstück: Der Nachwuchs-Sieger erhält den „Matthias-Peters-Gedächtnis-Pokal“ in Erinnerung an den vergangenes Jahr verstorbenen früheren Präsidenten des IFGS. Schauplatz des Wettkampfes ist die Schmiede auf der Burg sowie deren Vorplatz. Die Wettkämpfe sind integriert in das Kupfermeistertreffen.
IFGS-Mitglied Michael Ertlmeier, Ascholding, schulte an zwei Wochenenden Anfang 2008 neun Auszubildende der Metallbautechnik in München im kreativen Entwurfszeichnen. Für die nächsten Monate ist ein weiterer Kurs in Kolbermoor geplant. Auf Initiative von IFGS-Jugendwart Georg Petau und IFGS-Mitglied Wasti Still wird vom 6. bis 11. Oktober in Stia in der Toskana ein einwöchiger Grundlagenkurs für junge Metallgestalter (Auszubildende, Gesellen oder junge Meister) angeboten. Mehr Informationen sind zu finden unter www.petau.net.
Außerdem will der Verband Auszubildende animieren, an den Schmiedekursen mit dem israelischen Meisterschmied Uri Hofi in Ochsenhausen, Berlin und Andelst teilzunehmen. Die Termine koordinieren die IFGS-Mitglieder Johannes Angele, Martin Ziegler und Präsident Cees Pronk, bei denen auch nähere Informationen zu den Kursinhalten zu erfragen sind. Generell ist der IFGS zuversichtlich, die Kursangebote für junge (und auch gestandene) Metallgestalter in diesem Jahr wieder zu verstärken. Regeln, wie die Kurse seitens des Verbandes unterstützt werden können und in welchem Maße der IFGS Kursteilnehmer fördern kann, sollen unter anderem auf der Hauptversammlung in Erl besprochen werden